Für den Mantel des heiligen Martin, den dieser als römischer Offizier getragen hat, hatte sich die Bezeichnung cappa oder cap(p)ella (= Verkleinerungsform) eingebürgert (Im Mittel-Lateinischen bedeutet das Verb cappare: zum Mantel machen, mit einem Mantel versehen; Cappula kann das Mäntelchen, aber auch das Käppchen = die Kappe bedeuten]. Der Ort, wo die cappa des heiligen Martin aufbewahrt wurde, die Palastkapelle in Paris, erhielt ihren Namen nach eben dieser cappa und wurde zur cap(p)ella (= Kapelle), der zuständige Geistliche zum cap(p)ellanus, Kaplan. Heute meint Kapelle eine kleinere Kirche ohne Pfarrrechte und ohne Pfarrer, aber auch die Musiker der Kirche (heute auch andere!) heißen so. Auch die Gesamtheit der Ornate für ein Hochamt nennt man Kapelle. Die alte römische Bezeichnung für den Offiziersmantel war chlamys.
© Prof. Dr.theol. Manfred Becker-Huberti, Köln
